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Quartier Hagener Straße, Düsseldorf

Wettbewerb 2019

Leistung Städtebaulicher Wettbewerb, zweiphasiges, kooperatives Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung

Auslober WOGEDO, Wohnungsgenossenschaft Düsseldorf-Ost

in Zusammenarbeit mit FSWLA Landschaftsarchitektur GmbH

Wohneinheiten 169, öffentlich gefördert 93 WE

Bruttogrundfläche 18.000 m² oberirdisch

 

Städtebauliches Konzept Das Quartier Hagener Straße reicht von der Morper Straße im Süden bis zum Waldrand im Norden. Mit einer städtebaulichen Überplanung speziell der Bebauung beidseitig der Hagener Straße eröffnet sich die Chance das Quartier offener und durchlässiger zu gestalten, die innere Wegestruktur zu verbessern, den Freiraum am Waldrand der Gerresheimer Höhen zu integrieren, die Lage am Waldrand und den Gedanken der Gartenstadt auszuarbeiten und damit eine Qualitätssteigerung des Gesamtquartiers zu erreichen. Grundlage des städtebaulichen Konzeptes sind Fluchtlinien- und Durchführungspläne wie auch die quartierstypische Maßstäblichkeit der umgebenden Bebauung.

 

Ensemble Lüdenscheider Straße Weiterbauen, Fortführen des Bestandes ist die städtebauliche Position an der Lüdenscheider Straße. Geschossigkeit, Maßstab, Dachform werden dem Bestand folgend entwickelt. Ein geschlossenes Ensemble von alt und neu entsteht.

 

Waldquartier Hagener Straße Die neuen Baukörper entlang der Hagener Straße sind locker gesetzt. Punkt- und Zeilenhäuser an der Südseite sowie Winkel- und Zeilenhäuser an der Nordseite sind so positioniert, dass sich der Freiraum in Richtung Wald und zum Bestand öffnet und sich mit diesem verbindet. Die gleichmäßige Rhythmik der Baukörper ist zwischen Nord- und Südseite leicht versetzt. Dies bildet die Grundlage für differenzierte Freiraumqualitäten und Wohnraum in bester Orientierung. Fußläufige Durchlässigkeit, weite Blicke und nicht zuletzt eine gute klimatische Durchlüftung werden geschaffen. Die Bebauung ist im Wesentlichen IV-geschossig. Die Dachform der bestehenden Zeilenbauten, das Flachdach, wird übernommen. Extensiv begrünt leistet es den bekannten positiven Beitrag für Luft und Klima.

Landschaftsplanerisches Konzept Öffentliche und private Freiräume sind klar hierarchisiert. Das Plangebiet wird mit den angrenzenden Straßenräumen räumlich miteinander vernetzt. Ein durchgängiges Wegekonzept ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Entwurfes. Dabei werden Bestandwege im Süden an die neue Bebauung angebunden. Erdgeschossbezogene private Gartenbereiche grenzen sich mittels Hecken klar von den halböffentlichen Hofbereichen ab. Entlang des Waldrandes sind Mietergärten für „urban farming“ angeordnet. Locker verteilt und in die Außenbereiche eingebettet sind die Kinderspielbereiche. An den Hauseingängen werden Fahrradabstellanlagen integriert. Angrenzende Straßenräume und Wegebereiche werden mit einem Pflanzstreifen räumlich zu den Fassaden hin gefasst. Die Bepflanzung mit Bäumen, Sträuchern und Stauden soll bewusst extensiv und der Waldlandschaft angegliedert sein. Blüte, Frucht und Färbung sind dabei prägende jahreszeitliche Akzente im Freiraum.

 

Äußere Gestaltung/Material und Farben Klinkerfassaden bestimmen das ortstypische Erscheinungsbild im Bestand der Hagener Straße. Farbig verputzte Häuser mit Klinkerelementen schließen im Süd-Westen (Lüdenscheider Straße/Ecke Hagener Straße) an. Dieser einheitliche architektonische Gestaltungskanon prägt auch das Erscheinungsbild der geplanten Neubebauung. Die Mehrfarbigkeit und gestalterische Gliederung der Punkt- und Zeilenhäuser an der Südseite sowie Winkel- und Zeilenhäuser an der Nordseite entlang der Hagener Straße wird durch die Verwendung von zwei unterschiedlichen Farben von DF Klinker und Verfugungen erreicht. Die Innenhüllen der Loggien sind geputzt und kontrastieren zur Farbe der Mauerwerksschale. Die Farben sind dem Bestand der Putzfassaden entlang der Lüdenscheider Straße entlehnt. Vom dunkel gehaltenen Außenmauerwerk setzen sich helle Fenster- und Türprofile sowie Sichtschutzelemente ab. Transparente Balkon-und Loggienbrüstungen schaffen weite Blicke und unterstreichen das städtebauliche Konzept der Durchlässigkeit.

 

Verkehrliche Erschließung/Ruhender Verkehr Die vorhandene Erschließung für den motorisierten Individualverkehr bleibt bestehen. Notwendige Stellplätze sind in baufeldbezogenen Tiefgaragen geplant.